Wenn man im Job die ganze Zeit mit Sprache verbringt, hat das zur Folge, dass man nachher zu Hause nichts mehr damit zu tun haben will, sagt mein Freund.
Im Zusammenhang mit dem Lesen - selbst in der Fremdsprache - ist mir das noch nie passiert. Lesen mag ich immer, manchmal sogar recht komplizierte Dinge.
Im Zusammenhang mit dem Schreiben passiert es immer wieder einmal. Wenn ich den ganzen Tag formuliere, bin ich in der Freizeit zu bequem dazu. Wenn ich mich mit aktuellen Themen beschäftige, fehlt der Drang, in der Freizeit darüber zu posten.
Daher manchmal Schreibpausen. Obwohl diese, uneindeutig wie die deutsche Grammatik nur selten ist, beides sein kann: eine Pause vom Schreiben oder eine Pause zum Schreiben. Wie in Ysper vor zwei Wochen. Oder anschließend für die Lesung.
Wenn ich nicht hier schreibe, heißt das zumindest nicht, dass ich gar nicht schreibe...
Samstag, 15. Mai 2010
Sonntag, 25. April 2010
Schwarzweißwählerei
Eine Wahl, drei Kandidaten. Eine (bewusst von der Partei?) rechts und radikal positionierte Frau, ein Christlicher, der sich als Alternative sieht, und der gemäßigte, unaufgeregte Amtsinhaber. Eine schiefe Verteilung und die absurde Situation, dass man eigentlich vorab wissen müsste, wer weitaus die Mehrheit erringt. Dass dadurch die Tendenz von Wahlempfehlungen aber eindeutig sein müsste.
Die Grünen bemühen ein Hearing, haben dann Grund, Ja zu Fischer zu sagen. Kein Klubzwang gefordert, Einzelne sagen, sie wählen ihn nicht. Durchaus legitim.
Die ÖVP gibt weder einen Kandidaten/eine Kandidatin noch eine Wahlempfehlung ab. Das ist ihr gutes Recht. Die Empfehlung der Schwarzen, weiß zu wählen, hingegen nicht.
Mag sein, die Situation ist absurd. Mag sein, kein Kandidat entspricht genau der Parteilinie. Aber auch die SPÖ hat seinerzeit Thomas Klestil unterstützt, und wohl nicht zu Unrecht.
Denn was unterstützt werden muss, ist die vielgerühmte und geradezu inflationär zitierte Demokratie - Direktwahl - Volksentscheidung. Also hingehen - Kreuzerl machen. Wer keine Namen nennen will, kann immer noch diplomatisch sein. Muss nicht sagen: Wählt Fischer! oder: Wählt Rosenkranz! Kann sagen (und das sei der ÖVP fürs nächste Mal geraten): Wählt verantwortlich!
Denn wer wählt, übernimmt Verantwortung.
Die Grünen bemühen ein Hearing, haben dann Grund, Ja zu Fischer zu sagen. Kein Klubzwang gefordert, Einzelne sagen, sie wählen ihn nicht. Durchaus legitim.
Die ÖVP gibt weder einen Kandidaten/eine Kandidatin noch eine Wahlempfehlung ab. Das ist ihr gutes Recht. Die Empfehlung der Schwarzen, weiß zu wählen, hingegen nicht.
Mag sein, die Situation ist absurd. Mag sein, kein Kandidat entspricht genau der Parteilinie. Aber auch die SPÖ hat seinerzeit Thomas Klestil unterstützt, und wohl nicht zu Unrecht.
Denn was unterstützt werden muss, ist die vielgerühmte und geradezu inflationär zitierte Demokratie - Direktwahl - Volksentscheidung. Also hingehen - Kreuzerl machen. Wer keine Namen nennen will, kann immer noch diplomatisch sein. Muss nicht sagen: Wählt Fischer! oder: Wählt Rosenkranz! Kann sagen (und das sei der ÖVP fürs nächste Mal geraten): Wählt verantwortlich!
Denn wer wählt, übernimmt Verantwortung.
Sonntag, 28. März 2010
Die Grenzen des Terrorismus
Tierschützer Martin Balluch wird vorgeworfen, als Vorsitzender des Vereins gegen Tierfabriken für kriminelle Handlungen verantwortlich zu sein, die offenbar am Rande der Tätigkeit seines Vereins passiert sind.
Ich unterstütze keineswegs Kriminalität, auch nicht Nötigung und Sachbeschädigung.
Ich unterstütze es aber, dass man für eine Sache kämpft, die einem am Herzen liegt. Mit friedlichen Mitteln.
Dazu gehört auch, was Balluch getan hat: durch Medien (Bücher, Filmaufnahmen) auf bestehende Tatsachen hinzuweisen. Eigentlich ein ganz normaler - sogar defensiver - journalistischer Kniff. Zeigen, um aufzuzeigen. (Nichts anderes tue ich hier.)
Ich kann nicht beweisen, wie es wirklich war. Zwar: Martin Balluch argumentiert sachlich, durchdacht und unpolemisch. Andererseits: Mag sein, dass Mitglieder seines Vereins oder Trittbrettfahrer da andere Kampagnemethoden angewandt haben. Nachvollziehbar, dass er als Obmann für die Tätigkeit seines Vereins geradestehen muss.
Jedoch: Der Auftritt der Cobra und die Terrorismusvorwürfe sind absurd, zumindest unverhältnismäßig. Die "Schaffung einer Atmosphäre" eine viel zu indirekte Schuld.
Oder, polemisch gesagt: Wollt ihr die Journalistenzunft einsperren, weil sie mit ihrem Handwerk das Potenzial zum Terrorismus in sich tragen?
Ich unterstütze keineswegs Kriminalität, auch nicht Nötigung und Sachbeschädigung.
Ich unterstütze es aber, dass man für eine Sache kämpft, die einem am Herzen liegt. Mit friedlichen Mitteln.
Dazu gehört auch, was Balluch getan hat: durch Medien (Bücher, Filmaufnahmen) auf bestehende Tatsachen hinzuweisen. Eigentlich ein ganz normaler - sogar defensiver - journalistischer Kniff. Zeigen, um aufzuzeigen. (Nichts anderes tue ich hier.)
Ich kann nicht beweisen, wie es wirklich war. Zwar: Martin Balluch argumentiert sachlich, durchdacht und unpolemisch. Andererseits: Mag sein, dass Mitglieder seines Vereins oder Trittbrettfahrer da andere Kampagnemethoden angewandt haben. Nachvollziehbar, dass er als Obmann für die Tätigkeit seines Vereins geradestehen muss.
Jedoch: Der Auftritt der Cobra und die Terrorismusvorwürfe sind absurd, zumindest unverhältnismäßig. Die "Schaffung einer Atmosphäre" eine viel zu indirekte Schuld.
Oder, polemisch gesagt: Wollt ihr die Journalistenzunft einsperren, weil sie mit ihrem Handwerk das Potenzial zum Terrorismus in sich tragen?
Donnerstag, 4. März 2010
Rechte für die Urheber
Im November habe ich hier einmal diskutiert, was Google's Veröffentlichung publizierter Bücher und Buchauszüge bedeuten würde. Ich bin der Gesamtentwicklung kritisch, aber nicht zu 100% ablehnend gegenübergestanden.
Eine ganz andere Sache ist es, wenn Verlage nicht mehr lieferbare, übersetzte Publikationen unter Fantasienamen neu veröffentlichen - so als hätte es einen Übersetzer gegeben, den es aber nicht gab. Die brasilianische Übersetzerin Denise Bottmann hat dieses (eindeutige) Unrecht aufgezeigt - und wurde dafür angezeigt.
Das Unterstützungsmanifest zum Unterschreiben gibt es auf
http://apoiodenise.wordpress.com
und die Online-Petition auf
http://www.petitiononline.com/Bottmann/petition.html
Eine ganz andere Sache ist es, wenn Verlage nicht mehr lieferbare, übersetzte Publikationen unter Fantasienamen neu veröffentlichen - so als hätte es einen Übersetzer gegeben, den es aber nicht gab. Die brasilianische Übersetzerin Denise Bottmann hat dieses (eindeutige) Unrecht aufgezeigt - und wurde dafür angezeigt.
Das Unterstützungsmanifest zum Unterschreiben gibt es auf
http://apoiodenise.wordpress.com
und die Online-Petition auf
http://www.petitiononline.com/Bottmann/petition.html
Samstag, 27. Februar 2010
Lasst sie doch schlafen, mit wem sie wollen.
Nur um es für mich selber klarzustellen:
Das, worüber eh alle diskutieren, darüber brauche ich nicht zu schreiben. Da werden ohnehin fast nur Extrempositionen eingenommen. Vereinzelt ist es auch kaum anders möglich (und womöglich sogar die Absicht der InitiatorInnen, zu polarisieren). Ich will mich hier keiner Extremposition anschließen (müssen). Daher keine Kommentare über Axolotl Roadkill, den Swingerclub in der Secession oder den IPad.
Ich will darüber diskutieren und darauf aufmerksam werden (und machen), was nicht ins Auge springt und nicht von der Titelseite schreit. Stille Bücher, absurder Alltag, schleichende Entwicklungen. Minderheitenprogramm.
Das, worüber eh alle diskutieren, darüber brauche ich nicht zu schreiben. Da werden ohnehin fast nur Extrempositionen eingenommen. Vereinzelt ist es auch kaum anders möglich (und womöglich sogar die Absicht der InitiatorInnen, zu polarisieren). Ich will mich hier keiner Extremposition anschließen (müssen). Daher keine Kommentare über Axolotl Roadkill, den Swingerclub in der Secession oder den IPad.
Ich will darüber diskutieren und darauf aufmerksam werden (und machen), was nicht ins Auge springt und nicht von der Titelseite schreit. Stille Bücher, absurder Alltag, schleichende Entwicklungen. Minderheitenprogramm.
Sonntag, 21. Februar 2010
In memoriam Johanna Dohnal
Während Österreich noch immer um die grundsätzliche Einführung einer eingetragenen Partnerschaft abseits der Ehe hadert, erschallen Nachrufe auf eine Frau, die - wenn auch streitbar und umstritten - so manchen Vorstoß in Sachen Frauenpolitik gewagt hat.
Sie mag über viele "drübergefahren sein" - doch ohne Nachdruck meist kein Fortschritt.
Und nicht zu vergessen: Frauenpolitik heißt nicht nur Frauen weg vom Herd, heißt auch: Gleichberechtigung. Gleichberechtigung heißt nicht nur mehr für Frauen. Sie heißt auch: weiteres für Männer.
Frau Dohnal hat zum Beispiel den Grundstein dafür gelegt, dass Männer in Karenz gehen können.
Sie mag über viele "drübergefahren sein" - doch ohne Nachdruck meist kein Fortschritt.
Und nicht zu vergessen: Frauenpolitik heißt nicht nur Frauen weg vom Herd, heißt auch: Gleichberechtigung. Gleichberechtigung heißt nicht nur mehr für Frauen. Sie heißt auch: weiteres für Männer.
Frau Dohnal hat zum Beispiel den Grundstein dafür gelegt, dass Männer in Karenz gehen können.
Freitag, 19. Februar 2010
Erkenntnis des Tages
"Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung" ist mit 36 Zeichen das längste Wort im Duden.
Nahrungsmittelunverträglichkeit (und ich weiß noch immer nicht, ob ich eine habe) liegt auf dem neunten Platz.
Ach ja, und: die Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft gibt es offenbar wirklich, jedenfalls ist sie dudenwürdig und liegt auf Platz 2.
Wieder was gelernt.
Nahrungsmittelunverträglichkeit (und ich weiß noch immer nicht, ob ich eine habe) liegt auf dem neunten Platz.
Ach ja, und: die Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft gibt es offenbar wirklich, jedenfalls ist sie dudenwürdig und liegt auf Platz 2.
Wieder was gelernt.
Donnerstag, 18. Februar 2010
Von Bischöfen und Kindern. Ein gefährlicher Mix(a)
Ein Bischof, der die 68er für Sünden und Abnormitäten auf der Welt verantwortlich macht. Die Kirche ist brav, die Gesellschaft ist schuld. Ein leidiges Thema.
Was in der Kirche an Abnormitäten passiert, wird indessen totgeschwiegen. Dass Lebensregeln wie der Zölibat unnatürlich sind und überfordern können, dass offenbar sie es oft sind, die "Abnormitäten " auslösen - Abnormitäten nämlich, die anderen schaden - wird nicht in Betracht gezogen.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ein breites gesellschaftliches Phänomen - wie es die sexuelle Revolution nach 68 zweifellos war - auch breite gesellschaftliche Veränderungen zur Folge hat. Die manchmal, gerade weil sie so breit sind, unbemerkt bleiben oder unterschätzt werden. Dass solche Phänomene kritische Betrachtung verdienen, ist unbestritten.
Ebenso wenig ist es neu, dass die meisten Kirchenvertreter sowohl der gemäßigten wie auch der medienmäßig vermarkteten Sexualität ablehnend gegenüberstehen (müssen). Und es ist auch nicht neu, dass in ihren Reihen so mancher Missbrauchsfall geschieht.
Leider. Auch hier sollte nicht generalisiert werden (müssen)...
Ich kenne Menschen, die der Kirche etwas abgewinnen können und trotzdem ein sehr offenes und freizügiges Leben führen. Zu Recht, denn sie tun niemandem etwas zu Leide.
Ich weiß auch, dass genug Unrecht und Misshandlung außerhalb der Kirche passiert, totgeschwiegen oder nicht.
Aber dieser Mix(a) aus Ablenkung vom Eigenen, tendenziösem Wettern und konservativer Simplifizierung ist nicht nur unsympathisch, sondern auch sehr gefährlich.
Was in der Kirche an Abnormitäten passiert, wird indessen totgeschwiegen. Dass Lebensregeln wie der Zölibat unnatürlich sind und überfordern können, dass offenbar sie es oft sind, die "Abnormitäten " auslösen - Abnormitäten nämlich, die anderen schaden - wird nicht in Betracht gezogen.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ein breites gesellschaftliches Phänomen - wie es die sexuelle Revolution nach 68 zweifellos war - auch breite gesellschaftliche Veränderungen zur Folge hat. Die manchmal, gerade weil sie so breit sind, unbemerkt bleiben oder unterschätzt werden. Dass solche Phänomene kritische Betrachtung verdienen, ist unbestritten.
Ebenso wenig ist es neu, dass die meisten Kirchenvertreter sowohl der gemäßigten wie auch der medienmäßig vermarkteten Sexualität ablehnend gegenüberstehen (müssen). Und es ist auch nicht neu, dass in ihren Reihen so mancher Missbrauchsfall geschieht.
Leider. Auch hier sollte nicht generalisiert werden (müssen)...
Ich kenne Menschen, die der Kirche etwas abgewinnen können und trotzdem ein sehr offenes und freizügiges Leben führen. Zu Recht, denn sie tun niemandem etwas zu Leide.
Ich weiß auch, dass genug Unrecht und Misshandlung außerhalb der Kirche passiert, totgeschwiegen oder nicht.
Aber dieser Mix(a) aus Ablenkung vom Eigenen, tendenziösem Wettern und konservativer Simplifizierung ist nicht nur unsympathisch, sondern auch sehr gefährlich.
Donnerstag, 28. Januar 2010
Positive Schwingungen...
"Je nachdem, welche gedanklichen Schwingungen wir in uns kultivieren, wird uns ähnliches im Leben begegnen. Wir haen sozusagen unseren mentalen Empfänger auf diese Wellenlänge eingestellt und empfangen daher das entsprechende Programm. Zudem senden wir genau diese Schwingungen in die Welt aus und werden nach dem Resonanzprinzip später ähnliches empfangen. Insofern empfiehlt es sich, eher positive Emotionen und Gedanken zu pflegen, denn dann gehen wir in Resonanz mit den positiven Seiten des Lebens."
(J. Schön, Naturheilkunde, erscheint 2010)
(J. Schön, Naturheilkunde, erscheint 2010)
Montag, 11. Januar 2010
Lizenz zum Probieren
"Was ich auf keinen Fall wollte, ist, mir mit irgendetwas eine Trademark zu schaffen", sagt Künstler Hubert Scheibl im Kurier-Bericht. "Der Prozess ist das Spannende. Man baut etwas auf, arbeitet an einem System - und dann zerstört man's."Ich beginne, entwerfe, schreibe, bin oft genug von mir selbst nicht überzeugt, letztendlich häufig enttäuscht. Oft aber auch zu narzisstisch und faul, etwas, das schon existiert, völlig zu vernichten. Das Motto aber finde ich bedenkenswert: Wozu eigentlich braucht man eine Trademark, einen Stil oder ein Thema, das uns hundertprozentig definiert? Warum sich vollkommen einordnen lassen? Dann lieber: Oberster Grundsatz Veränderung. Lizenz zum Probieren.
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