In den armen Regionen im Nordosten Brasiliens legen Mütter, wenn die Kinder abends vor Hunger weinen, Steine in die Pfanne auf dem Herd und sagen, dass es gleich etwas zu essen gibt. Sie hoffen, dass die Kinder inzwischen einschlafen.
Es gäbe auf der Welt für 12 Milliarden Menschen zu essen. Wenn wir in der Lage sind, so viel zu produzieren, warum sind wir dann nicht in der Lage, es besser zu verteilen?
Übrigens: "We feed the world" ist ein sehenswerter Film, und ich besitze jetzt ein Stück mittelamerikanischen Regenwald.
Mittwoch, 15. Juli 2009
Samstag, 11. Juli 2009
Aphorismus des Tages
Ich mache hundert halbe Sachen. Mathematisch gesehen sind das fünfzig ganze, was ja schon viel wäre. Aber im wirklichen Leben kann man nicht kürzen, und so bleiben die hundert halben Sachen die Hälften, die sie sind.
Sonntag, 21. Juni 2009
BioTopos
Alt-Achtundsechziger-artige Anwandlungen? Vorsichtiger Versuch verantwortlichen Fortschritts? Landflucht der Städter, harmonische Neufassung schrebergärtnerischer Tradition?
Vielleicht hat all das mehr Nachteile, als es auf den ersten Blick aussieht. Aber ein Stückchen biologischen Gartens am Rande von Wien neben verschiedensten andern, die das auch so wollen - für den Eigengebrauch nebst Export auf Wunsch - Biomacht Österreich - das klingt doch nicht schlecht.
http://www.derstandard.at/Panorama > Umwelt > Going Green
Vielleicht hat all das mehr Nachteile, als es auf den ersten Blick aussieht. Aber ein Stückchen biologischen Gartens am Rande von Wien neben verschiedensten andern, die das auch so wollen - für den Eigengebrauch nebst Export auf Wunsch - Biomacht Österreich - das klingt doch nicht schlecht.
http://www.derstandard.at/Panorama > Umwelt > Going Green
Samstag, 6. Juni 2009
5.6.2009: Die Nacht der gemischen Kunst
Es lud ein die junge literaturwerkstatt wien.

Und sie fanden sich ein, um zu lesen, zu performen, Kurzfilm zu spielen und Objekte und Fotografien zur Schau zu stellen. Und siehe da, sie kamen, um zu hören und zu sehen: der Saal im Literaturhaus war voll, die technischen Pannen natürlicher Teil der Performance, die Stimmung doch gut und hinterher: das Buffet bald leer... Kurz gesagt: ein schöner Abend.
Danke denen, die bei der Verwirklichung geholfen haben, und danke denen, die da waren!
Mittwoch, 3. Juni 2009
Werbekosten?
Dieser Tage erreicht uns wieder häufig ungebetene Wahlwerbung aus allen Wellenlängen des Parteienspektrums. Und sie beschränkt sich nicht auf engagierte Freiwillige, die Kugelschreiber austeilen, oder Spitzenkandidaten, die Samstags vor den Einkaufszentren Reden schwingen: sie flattert einem auch in den Briefkasten, Mehrfarbdruck auf Hochglanzpapier oder sogar kuvertiert.
Da fragt sich die scharfe Beobachterin: Wozu? Woher?
Woher nehmen die Parteien das Geld für farbbedruckte Werbeschriften und kuvertierte Briefsendungen, während sie andererseits ständig lamentieren, dass selbst für die wichtigen Themen Europas das Geld fehlt?
Da steigen die Arbeitslosenraten, Unternehmen schrumpfen gesund, bis sie kaum noch vorhanden sind, die Umwelt bedarf unserer Aufmerksamkeit und Flugzeuge stürzen ab - und indessen wird kurz vor der Wahl auf sekundäre Themen abgelenkt, wird im Fernsehen über Glühbirnen diskutiert und über die politische Konkurrenz hergezogen, und Parteien haben nichts Besseres zu tun, als das verbliebene Geld für den Wahlkampf einzusetzen.
Glauben die im Ernst, ich wähle eine Partei, weil ich vier Tage vor der Wahl ein Brieflein von ihr bekomme? Oder weil ich frühmorgens ein buntes Zettelchen mit schlechten Reimen in die Hand gedrückt kriege?
Ich wundere mich, dass sich teure Werbung offenbar ausreichend amortisiert - so, dass weiterhin Ressourcen wie Zeit und Geld nicht in konstruktive Maßnahmen, sondern in inhaltslose Selbstdarstellung investiert werden.
Etwas muss sich ändern, aber schnell.
Da fragt sich die scharfe Beobachterin: Wozu? Woher?
Woher nehmen die Parteien das Geld für farbbedruckte Werbeschriften und kuvertierte Briefsendungen, während sie andererseits ständig lamentieren, dass selbst für die wichtigen Themen Europas das Geld fehlt?
Da steigen die Arbeitslosenraten, Unternehmen schrumpfen gesund, bis sie kaum noch vorhanden sind, die Umwelt bedarf unserer Aufmerksamkeit und Flugzeuge stürzen ab - und indessen wird kurz vor der Wahl auf sekundäre Themen abgelenkt, wird im Fernsehen über Glühbirnen diskutiert und über die politische Konkurrenz hergezogen, und Parteien haben nichts Besseres zu tun, als das verbliebene Geld für den Wahlkampf einzusetzen.
Glauben die im Ernst, ich wähle eine Partei, weil ich vier Tage vor der Wahl ein Brieflein von ihr bekomme? Oder weil ich frühmorgens ein buntes Zettelchen mit schlechten Reimen in die Hand gedrückt kriege?
Ich wundere mich, dass sich teure Werbung offenbar ausreichend amortisiert - so, dass weiterhin Ressourcen wie Zeit und Geld nicht in konstruktive Maßnahmen, sondern in inhaltslose Selbstdarstellung investiert werden.
Etwas muss sich ändern, aber schnell.
Sonntag, 31. Mai 2009
Nachtrag zum Nachtrag
die junge literaturwerkstatt wien liest/filmt/fotografiert/performt:
11 mal 5 plus x
Freitag, 5. Juni, 20 Uhr
Literaturhaus Wien
Freier Eintritt
11 mal 5 plus x
Freitag, 5. Juni, 20 Uhr
Literaturhaus Wien
Freier Eintritt
Nachtrag zum Literaturbetrieb
Es wird vielleicht doch Klagenfurt sein.
Philipp Weiss, früher und immer wieder einmal mit dabei in unserer losen Runde der jungen literaturwerkstatt wien, ist heuer herausragend junger Teilnehmer beim Bachmann-Wettbewerb:
Weiss, der bisher "Egon" im Passagen Verlag sowie einige kürzere Texte veröffentlichte, in Wien Germanistik, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache studierte und derzeit an einem Roman und einem Theaterstück schreibt, ist mit 27 der jüngste Wettbewerbs-Teilnehmer. "Ich muss mich beeilen mit meinem Roman. Wenn man in Klagenfurt fertig gemacht wird, kann man nicht mehr schreiben, wenn man bejubelt wird, kommt man nicht mehr dazu", meinte er im APA-Gespräch. (http://www.oe24.at/kultur/Wettlesen_mit_vier_Oesterreichern_0471459.ece)
Man kann vom (interessanten) Wettlesen mit öffentlicher Selbstdarstellung der Jury halten, was man will. Jedenfalls: Gratulation.
Philipp Weiss, früher und immer wieder einmal mit dabei in unserer losen Runde der jungen literaturwerkstatt wien, ist heuer herausragend junger Teilnehmer beim Bachmann-Wettbewerb:
Weiss, der bisher "Egon" im Passagen Verlag sowie einige kürzere Texte veröffentlichte, in Wien Germanistik, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache studierte und derzeit an einem Roman und einem Theaterstück schreibt, ist mit 27 der jüngste Wettbewerbs-Teilnehmer. "Ich muss mich beeilen mit meinem Roman. Wenn man in Klagenfurt fertig gemacht wird, kann man nicht mehr schreiben, wenn man bejubelt wird, kommt man nicht mehr dazu", meinte er im APA-Gespräch. (http://www.oe24.at/kultur/Wettlesen_mit_vier_Oesterreichern_0471459.ece)
Man kann vom (interessanten) Wettlesen mit öffentlicher Selbstdarstellung der Jury halten, was man will. Jedenfalls: Gratulation.
Mittwoch, 20. Mai 2009
Zitat des Tages
He that can have patience can have what he will. - Benjamin Franklin
(Kann ergänzt werden um "she".)
(Kann ergänzt werden um "she".)
Jetzt ist schon wieder was passiert
(…) Jetzt ist aber etwas Neues passiert: es hat „Vorkommnisse" gegeben. Ausgerechnet in ehemaligen KZ wie Ebensee und Auschwitz - überhaupt der Kulminationspunkt der Vernichtung - sind österreichische Schüler und Lehrlinge mit Nazi-Parolen und Gewaltakten gegen greise NS-Opfer auffällig geworden. Das hat sogar die Selbstbetrüger in Politik und Medien tief erschreckt.
Denn die Umstände sind so, dass man da kaum von spontanen „blöden Jugendstreichen" reden kann. Angesagt ist jetzt aber Realismus. Dass Jugendliche, vor allem männliche, berufstätige Jugendliche an einfache, „starke" Lösungen glauben, ist kein unbekanntes Phänomen. Die Zeiten sind auch danach - „relative Ungleichheitsgefühle und Abstiegsängste begünstigen extremistische Denkweisen", sagt Steve Schwarzer, der Projektleiter der Sora-Studie. (…) - Hans Rauscher im „Standard“
Denn die Umstände sind so, dass man da kaum von spontanen „blöden Jugendstreichen" reden kann. Angesagt ist jetzt aber Realismus. Dass Jugendliche, vor allem männliche, berufstätige Jugendliche an einfache, „starke" Lösungen glauben, ist kein unbekanntes Phänomen. Die Zeiten sind auch danach - „relative Ungleichheitsgefühle und Abstiegsängste begünstigen extremistische Denkweisen", sagt Steve Schwarzer, der Projektleiter der Sora-Studie. (…) - Hans Rauscher im „Standard“
Das sollte uns ja schon die Geschichte lehren. Betrachtet man sie genauer, so sieht man, dass immer gerade in wirtschaftlich (und damit sozial) unsicheren Zeiten, in Umbrüchen also, autoritäre Persönlichkeiten und Führungsstile Hochsaison haben.
Das ist rein rational nachvollziehbar, aber darum nicht weniger gefährlich. Natürlich wollen Menschen sich an etwas festhalten. Ich nehme mich da nicht aus. Und je (ver)einfach(t)er die Botschaft, desto wahrscheinlicher tun sie das. Zu bequem, um stärker nachzubohren. Natürlich sind sich Menschen selbst die Nächsten, und wenn die Verhältnisse rauer werden, fremdeln sie noch mehr: sie versuchen, ihren Status quo beizubehalten, und dabei sind ihnen alle, die „anders“ sind, eine besondere Bedrohung. Zu bequem, über den begrenzenden Schatten zu springen.
Trotzdem bin ich Gutgläuberin und Menschenfreundin genug, um auch auf andere mögliche Reaktionen zu hoffen. Und hoffentlich nicht zu bequem, um in meinem kleinen Umfeld an meinem kleinen Leben zu arbeiten.
Sonntag, 17. Mai 2009
Der schmale Grat...
... zwischen Menschenkenntnis und Vorurteil. Das dachte ich, als mir kürzlich wieder auffiel, wie viel bei jeglicher menschlichen Begegnung der Ersteindruck doch ausmacht. Und wie selten er trügt. Dabei wage ich vielleicht zu wenig, auf die Menschenkenntnis zu vertrauen, aus lauter Angst vor dem Vorurteil. Weil ich doch Toleranz will.
Vielleicht ist der Unterschied aber doch auch ganz klar: Menschenkenntnis ist eine Erwartungshaltung. Vorurteil ist eine Wertung.
Ich hab zum Beispiel im Zug nicht mehr gemacht, als damit gerechnet, dass der Mann, der mir gegenübersitzt, die Kronen Zeitung will und nicht eine andere. Die abgewetzte Schildkappe, die Bierdose und das Nonstop-DVD-Stieren auf dem Mini-Portable waren Indizien dafür.
Vielleicht ist der Unterschied aber doch auch ganz klar: Menschenkenntnis ist eine Erwartungshaltung. Vorurteil ist eine Wertung.
Ich hab zum Beispiel im Zug nicht mehr gemacht, als damit gerechnet, dass der Mann, der mir gegenübersitzt, die Kronen Zeitung will und nicht eine andere. Die abgewetzte Schildkappe, die Bierdose und das Nonstop-DVD-Stieren auf dem Mini-Portable waren Indizien dafür.
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