Langsam macht Österreich einen winzigen Fortschritt in Sachen Partnergesetzgebung. Wien schnürt ein "Verpartnerungs"-Paket, in Salzburg-Mirabell ist eine Zeremonie möglich, in Graz (dessen Vizebürgermeisterin offen lesbisch lebt) wird darum gerungen.
In einer Zeit, in der Familie viele Gestalten annehmen kann und eine feste Partnerschaft nichts Selbstverständliches ist, aber durchaus etwas Mögliches und Eintragbares sein soll, ist eine eingetragene Partnerschaft nur wichtig und richtig.
Und die muss nicht auf homosexuelle Paare beschränkt bleiben.
Wenn die Ehe ausschließlich mit einem traditionellen (Kern)Familienbild verbunden wird, katholisch unauflöslich ist und vielleicht noch mit einer kirchlichen Zeremonie einhergehen muss, ist die eingetragene Partnerschaft für viele Paare eine ernsthafte Alternative. Warum soll ihnen etwa das Erbrecht, ein Besuchsrecht im Krankenhaus, die Möglichkeit zur Adoption und viele weitere, für die Ehe fest verankerte Gesetzgebungen vorenthalten bleiben, weil sie nicht das Bild der traditionellen Familie spiegeln?
Frankreich hat seit mehreren Jahren den PACS, Spanien - lange als katholisch und rückschrittlich verschrien - hat eine eingetragene Partnerschaft durchgeboxt, von Nordeuropa gar nicht zu reden. Warum soll das bei uns nicht möglich sein? Gefordert wird es schon lange genug.
Samstag, 26. Dezember 2009
Freitag, 25. Dezember 2009
In Italien...
...werden Menschen angegriffen, die sich entweder für Gottes Stellvertreter auf Erden oder für Gott selbst halten. Ich bin keine Freundin von Gewalt (im Gegenteil), ein Zeichen zu setzen für Wehrhaftigkeit gegen totalitäre Tendenzen ist aber kein Fehler.
Sonntag, 13. Dezember 2009
Aus unserer Reihe "Absurditäten"
Donnerstag, 3. Dezember 2009
Dienstag, 1. Dezember 2009
Protestiergeist
Seit 40 Tagen ist das Audimax der Uni Wien besetzt (wenn man die Religion bemüht, eine symbolträchtige Zahl: die Uni-Besetzung als Fastenzeit? Besinnung auf das Wesentliche? Letzteres vielleicht).
Wenig passiert. Basisdemokratie ist Fluch und Segen zugleich, sie kann Zeichen setzen oder sich selbst lähmen. Langsam geht den Besetzern die Luft aus (nicht nur, weil letztere ziemlich dick ist, da der Rektor blockiert).
Aber:
Es ist schon ein starker Anfang, wenn in Österreich wahrnehmbarer Protest passiert. Wenn dieser Protest von Österreich nach außen schwappt (und nicht umgekehrt, wie ein Modetrend). Wenn es eine (naturgemäß zunächst unorganisierte) heterogene Gruppe schafft, zumindest einigermaßen ihre Interessen nicht nur kundzutun, sondern auch zu verteidigen und zu fordern.
Immerhin gibt es Diskussionen, Arbeitsgruppen, Statements. Dass sich nicht alle mit allen Forderungen identifizieren, ist zu verstehen und bis zu einem gewissen Grad gar nicht von Bedeutung.
Wichtig ist, dass versucht wird, etwas zu tun. Dass Entscheidungsträger tatsächlich in die Enge getrieben werden. Und es wäre wirklich gut, sich zu solidarisieren.
Erleben wir gerade ein zweites, kleineres 68 unter geringfügig anderen Vorzeichen (etwa dem der globalisierten Medien und schnellebigen Entscheidung)? Vielleicht werden wir hier gerade Zeugen eines einschneidenden Moments und merken es gar nicht. Wie man ja meistens erst hinterher überblickt, welche Ereignisse in der Geschichte Bedeutung erlangen.
Wenig passiert. Basisdemokratie ist Fluch und Segen zugleich, sie kann Zeichen setzen oder sich selbst lähmen. Langsam geht den Besetzern die Luft aus (nicht nur, weil letztere ziemlich dick ist, da der Rektor blockiert).
Aber:
Es ist schon ein starker Anfang, wenn in Österreich wahrnehmbarer Protest passiert. Wenn dieser Protest von Österreich nach außen schwappt (und nicht umgekehrt, wie ein Modetrend). Wenn es eine (naturgemäß zunächst unorganisierte) heterogene Gruppe schafft, zumindest einigermaßen ihre Interessen nicht nur kundzutun, sondern auch zu verteidigen und zu fordern.
Immerhin gibt es Diskussionen, Arbeitsgruppen, Statements. Dass sich nicht alle mit allen Forderungen identifizieren, ist zu verstehen und bis zu einem gewissen Grad gar nicht von Bedeutung.
Wichtig ist, dass versucht wird, etwas zu tun. Dass Entscheidungsträger tatsächlich in die Enge getrieben werden. Und es wäre wirklich gut, sich zu solidarisieren.
Erleben wir gerade ein zweites, kleineres 68 unter geringfügig anderen Vorzeichen (etwa dem der globalisierten Medien und schnellebigen Entscheidung)? Vielleicht werden wir hier gerade Zeugen eines einschneidenden Moments und merken es gar nicht. Wie man ja meistens erst hinterher überblickt, welche Ereignisse in der Geschichte Bedeutung erlangen.
Ich hätte Einreiseverbot in Kärnten...
...denn: O-Ton Dörfler: "Alle, die sich in Kärnten gut benehmen, sind in Kärnten herzlich willkommen."
Ich muss aber kritisieren... Warum? Seht selbst:
http://derstandard.at/1259280848806/Kaernten-Doerfler-verteilt-wieder-Hunderter
http://www.youtube.com/watch?v=3HeNmoetIBs
Ich muss aber kritisieren... Warum? Seht selbst:
http://derstandard.at/1259280848806/Kaernten-Doerfler-verteilt-wieder-Hunderter
http://www.youtube.com/watch?v=3HeNmoetIBs
Montag, 30. November 2009
So ist Kärnten
"Man müsste seine Urne ins Gefängnis sperren.", sagt Schriftsteller Josef Winkler über Jörg Haider.
http://derstandard.at/1259280716376/Zitate-der-Woche-Twittern-tu-ich-nicht-nach-Bueroschluss?sap=2&_slideNumber=2&_seite=1
http://derstandard.at/1259280716376/Zitate-der-Woche-Twittern-tu-ich-nicht-nach-Bueroschluss?sap=2&_slideNumber=2&_seite=1
Turmbau zu Basel
In einem Volksbegehren lehnt die Schweizer Bevölkerung den Bau von Minaretten überwiegend ab, was zu hohem Wellenschlagen im In- und Ausland führt.
Ein prozentuell eindeutiges Zeichen für einen Konflikt, der ohnehin schwelt. Wasser auf die Mühlen von Strache & Co. Aufschreie über verletzte Religionsfreiheit und Verhindern einer Integration, die in der Schweiz angeblich recht erfolgreich ist.
Allerdings:
Zunächst ist dieser Teil der Debatte wohl rein symbolisch. Minarette allein entscheiden nicht über Ghettoisierung und mangelnde Integration, und das Verbot von Minaretten ist noch kein Verbot von Moscheen oder gar der (religiösen, kulturellen) Zusammenkünfte an sich.
Schlimmer als das Ergebnis des Volksbegehrens ist allerdings die Hetze, die damit einhergeht. Besonders deutlich wird das an den plump-direkten Plakaten der Abstimmungsinitiatoren.
Letztendlich ist es schlimm, dass die Koexistenz von Kulturen (und folglich Religionen) stets zum Konflikt führen muss. Dass es Mehrheiten gibt, und dass es Regeln für das Zusammenleben geben muss, die die Mehrheit entscheidet, macht einen Strich durch die Illusion, es könne ein Nebeneinander geben, das einen Kampf um das Vorrecht auf die eigene Kultur unnötig macht.
Religion ist Privatsache, und Laizismus in weiten Bereichen des Alltags scheint mir eine vernünftige Lösung. Doch er hat seine (umstrittenen) Grenzen - siehe schon Kopftuch, Kreuz und Co. - und so werden weiterhin wenn nicht Religionen, so doch Kulturen, Lebensweisen aufeinandertreffen, die unvereinbar scheinen - und dann übereifrig verteidigt werden.
Ein prozentuell eindeutiges Zeichen für einen Konflikt, der ohnehin schwelt. Wasser auf die Mühlen von Strache & Co. Aufschreie über verletzte Religionsfreiheit und Verhindern einer Integration, die in der Schweiz angeblich recht erfolgreich ist.
Allerdings:
Zunächst ist dieser Teil der Debatte wohl rein symbolisch. Minarette allein entscheiden nicht über Ghettoisierung und mangelnde Integration, und das Verbot von Minaretten ist noch kein Verbot von Moscheen oder gar der (religiösen, kulturellen) Zusammenkünfte an sich.
Schlimmer als das Ergebnis des Volksbegehrens ist allerdings die Hetze, die damit einhergeht. Besonders deutlich wird das an den plump-direkten Plakaten der Abstimmungsinitiatoren.
Letztendlich ist es schlimm, dass die Koexistenz von Kulturen (und folglich Religionen) stets zum Konflikt führen muss. Dass es Mehrheiten gibt, und dass es Regeln für das Zusammenleben geben muss, die die Mehrheit entscheidet, macht einen Strich durch die Illusion, es könne ein Nebeneinander geben, das einen Kampf um das Vorrecht auf die eigene Kultur unnötig macht.
Religion ist Privatsache, und Laizismus in weiten Bereichen des Alltags scheint mir eine vernünftige Lösung. Doch er hat seine (umstrittenen) Grenzen - siehe schon Kopftuch, Kreuz und Co. - und so werden weiterhin wenn nicht Religionen, so doch Kulturen, Lebensweisen aufeinandertreffen, die unvereinbar scheinen - und dann übereifrig verteidigt werden.
Mittwoch, 25. November 2009
für die verständigung in der welt...
... oder im multikulturellen Österreich...
...werden Initiativen ergriffen:
http://www.sprachedirekt.net/
Weil gerade die Vermittlung von medizinischen Diagnosen ein heikles Thema ist... und damit kein/e Migrant/in der 2. oder 3. Generation der eigenen Mutter die bevorstehende Krebs-OP erklären muss...
...werden Initiativen ergriffen:
http://www.sprachedirekt.net/
Weil gerade die Vermittlung von medizinischen Diagnosen ein heikles Thema ist... und damit kein/e Migrant/in der 2. oder 3. Generation der eigenen Mutter die bevorstehende Krebs-OP erklären muss...
Montag, 23. November 2009
über urheber und ihre rechte
Seit Wochen schwelt der Streit um die Berechtigung für Google, Bücher oder lange Auszüge davon digital verfügbar zu machen. Autoren und Verlage protestieren und prozessieren und verweisen auf ihre Rechte als Urheber.
Man muss anerkennen: die Welt dreht sich weiter, und das ziemlich schnell. Gewisse Gewohnheiten, Regelungen, Veröffentlichungsprozeduren müssen sich dem wohl anpassen. Auch dass Urheberrechte, die Werke zum Teil jahrzehntelang unter Verschluss halten, im schnelllebigen Heute nicht mehr zeitgemäß sind, kann ich nachvollziehen. Wir wollen Zugang zu allem, und das sofort.
Das kann Nachteile haben - insbesondere für die, die die Urheber der Werke sind. Sie befürchten (wohl nicht zu Unrecht), dass sie leerer ausgehen, je unentgeltlicher der Zugang zu ihren Werken ist. Noch lauter schreien jene, die am meisten vom Erlös eines Werks abhängen: Verlag und Vertrieb.
Problematisch ist auch, dass die Initiative von riesigen Firmen kommt und damit sofort eine Machtfrage ist. In der globalisierten Welt sind immer die am schnellsten, die es sich leisten können. Und die bleiben dann allein an der Spitze.
Das Problem liegt also nicht in der Idee, insbesondere alte und/oder schwer zugängliche Werke zu digitalisieren. Das Problem liegt im konsumorientierten Hintergrund, in den Auswüchsen, die das Projekt annehmen könnte, in der Unkontrollierbarkeit. Leider steht hinter der demokratischen Idee ein kapitalistisches System.
Es müssten sich Unabhängige finden, die im Interesse, Werke zu erhalten, diese der Öffentlichkeit zugänglich machen. Möglichst kontrolliert und unentgeltlich. Leider gibt es so etwas wie Unabhängigkeit praktisch nicht, und leider werden die wenigen, die es vielleicht sind, sich den Aufwand nicht leisten können.
Fazit: Man muss wohl kritisch bleiben... und überlegen, ob man nicht mehr tun kann als das.
Man muss anerkennen: die Welt dreht sich weiter, und das ziemlich schnell. Gewisse Gewohnheiten, Regelungen, Veröffentlichungsprozeduren müssen sich dem wohl anpassen. Auch dass Urheberrechte, die Werke zum Teil jahrzehntelang unter Verschluss halten, im schnelllebigen Heute nicht mehr zeitgemäß sind, kann ich nachvollziehen. Wir wollen Zugang zu allem, und das sofort.
Das kann Nachteile haben - insbesondere für die, die die Urheber der Werke sind. Sie befürchten (wohl nicht zu Unrecht), dass sie leerer ausgehen, je unentgeltlicher der Zugang zu ihren Werken ist. Noch lauter schreien jene, die am meisten vom Erlös eines Werks abhängen: Verlag und Vertrieb.
Problematisch ist auch, dass die Initiative von riesigen Firmen kommt und damit sofort eine Machtfrage ist. In der globalisierten Welt sind immer die am schnellsten, die es sich leisten können. Und die bleiben dann allein an der Spitze.
Das Problem liegt also nicht in der Idee, insbesondere alte und/oder schwer zugängliche Werke zu digitalisieren. Das Problem liegt im konsumorientierten Hintergrund, in den Auswüchsen, die das Projekt annehmen könnte, in der Unkontrollierbarkeit. Leider steht hinter der demokratischen Idee ein kapitalistisches System.
Es müssten sich Unabhängige finden, die im Interesse, Werke zu erhalten, diese der Öffentlichkeit zugänglich machen. Möglichst kontrolliert und unentgeltlich. Leider gibt es so etwas wie Unabhängigkeit praktisch nicht, und leider werden die wenigen, die es vielleicht sind, sich den Aufwand nicht leisten können.
Fazit: Man muss wohl kritisch bleiben... und überlegen, ob man nicht mehr tun kann als das.
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